Immer mehr Menschen entdecken das Streamen für sich. Während das Zuschauen meist eine reine Freizeitbeschäftigung bleibt, gewinnt das Produzieren und Ausstrahlen eigener Inhalte zunehmend auch für die berufliche Zukunft an Bedeutung. Längst beschränkt sich dieser Trend nicht mehr auf den Pionier Twitch: Plattformen wie Facebook, YouTube und Microsoft bieten ebenfalls leistungsfähige Streaming-Dienste an – um nur die bekanntesten Vertreter zu nennen. Gleichzeitig war es noch nie so einfach wie 2026, selbst zum (professionellen) Streamer zu werden, denn die verfügbaren Programme entwickeln sich rasant weiter, werden funktionsreicher und vielseitiger. Wer über einen ausreichend starken PC und eine stabile Internetverbindung verfügt, kann in kürzester Zeit einen eigenen Kanal starten und direkt loslegen. Doch welche Streaming-Software ist aktuell wirklich empfehlenswert und unterstützt Dich am besten auf diesem Weg?
Bevor Du jedoch einfach irgendein Programm installierst, solltest Du ein paar grundlegende Punkte beachten. An erster Stelle steht die Leistungsfähigkeit Deines Rechners oder Laptops, denn gerade beim Streamen moderner Videospiele geraten Prozessor und Arbeitsspeicher schnell an ihre Grenzen. Besonders schnelle, actionreiche Games erfordern deutlich mehr Power, damit sowohl das Spiel als auch die Streaming-Software flüssig und ohne Aussetzer laufen.
Auch der Upload-Speed Deiner Internetverbindung ist beim Streamen äußerst wichtig und sollte unbedingt auf die genutzte Plattform abgestimmt werden. Twitch erlaubt zum Beispiel lediglich eine Bitrate von bis zu 6.000 kbit/s, während YouTube bis zu 50.000 kbit/s anbietet. Für einen ruckelfreien Stream mit 720p/60FPS benötigst Du bereits zwischen 3.500 und 5.000 kbit/s als Upload, für 1080p/60FPS solltest Du hingegen 4.500 bis 6.000 kbit/s im Upload mitbringen. Solltest Du Dich jedoch für Übertragungen in Ultra-HD bzw. 4.000p interessieren, so benötigst Du bis zu 50.000 kbit/s – eine Bitrate, die Twitch gar nicht erst zur Verfügung stellt.
Darüber hinaus spielt natürlich die Wahl der Broadcasting-Software selbst eine entscheidende Rolle, denn hier unterscheiden sich die Kosten, Funktionen und Möglichkeiten mitunter stark voneinander – etwa für Streamer, die Twitch Follower kaufen möchten, um schneller durchzustarten. Wir haben die bekanntesten und beliebtesten Anbieter für Dich geprüft und verraten Dir genau, wo deren Stärken und Schwächen im Einzelnen liegen.
OBS STUDIO – DER BELIEBTESTE ANBIETER
Bei der Open Broadcaster Software (OBS) handelt es sich um das derzeit populärste und meistgenutzte Programm. Ganz egal, ob Du auf YouTube, Facebook oder Twitch streamen möchtest, das übersichtliche Design sowie die vielen Möglichkeiten zur Integration von zusätzlichen Elementen sind kinderleicht zu bedienen und mit nur wenigen Handgriffen zu erlernen – wenn Du denn weißt, wo Du anfangen musst. Wir helfen Dir bei den wichtigsten Fragen und erklären zum Beispiel, wo Du auf Twitch Deinen Stream Key findest. So kannst Du in Deinem Profil nicht nur verschiedene Szenen einrichten, managen und per Tastendruck wechseln, sondern gleichzeitig einen Alarm (zum Beispiel für Spenden sowie neue Abonnenten) hinzufügen oder Deine Audio-Einstellungen frei nach Deinem Belieben anpassen. Selbst das Aufnehmen von Videos ist sowohl im Offline- als auch im Online-Modus möglich.
Durch seine breite Nutzung bietet OBS Studio zudem den großen Vorteil, dass Du zu jedem Deiner Probleme oder Wünsche einen entsprechenden Ratgeber findest. Solltest Du dennoch einmal auf ein Themengebiet stoßen, das noch nicht ausreichend beleuchtet wurde, so bekommst Du schnell Hilfe durch die Community. Am besten lässt sich OBS demnach wie folgt beschreiben: Die Software ist einfach zu erlernen, aber schwierig zu meistern, denn die Möglichkeiten zur individuellen Anpassung sind vielfältig und komplex. Für einen problemlosen Einstieg bietet OBS dagegen die direkte Option des automatischen Schnellstarts an. Hierbei ermittelt das Programm vollkommen automatisch die besten Einstellungen bezüglich Streaming-Qualität und Du brauchst anschließend bloß noch auf den Startknopf drücken.
OBS Studio wird für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Mac oder Linux) angeboten und ist vollkommen kostenlos verfügbar. Da es sich hier um ein Open-Source-Projekt handelt, existieren keine weiteren gebührenpflichtige Versionen. Du kannst die Software demnach völlig legal gratis herunterladen und nach Deinen Vorstellungen nutzen.
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XSPLIT – DER PREMIUM-ANBIETER FÜR ALL DEINE STREAMING-WÜNSCHE

QUELLE: XSPLIT BROADCASTER SOFTWARE
Auf einem klaren zweiten Platz – zumindest was die Bekanntheit angeht – landet das Programm von SplitmediaLabs, einem auf den Philippinen ansässigen Unternehmen, das mittlerweile eine Reihe verschiedener Angebote entwickelt hat und diese unter dem XSplit-Label vertreibt. Es richtet sich mit den hauseigenen Software-Produkten in erster Linie an all die Streamer, die auf einer professionellen Ebene arbeiten und nicht nur auf der Suche nach einem höherklassigen Programm sind, sondern auch diverse Plug-Ins von Drittanbietern integrieren möchten. Aktuell bietet das Unternehmen folgende Produkte an:
- XSplit Broadcaster: Bereits 2010 wurde dieses Programm in einer öffentlichen Beta-Version angeboten und kurz darauf von einigen E-Sports-Organisationen aufgegriffen. XSplit Broadcaster eröffnet seinen Nutzern neue Wege, gesendete Inhalte wirklich zu beeinflussen und erweist sich gerade im Bereich Datensicherheit besser aufgestellt als etwa die frei zugängliche OBS-Version. Wer sich tiefer gehend mit dieser Software befasst, den wird eine Vielzahl an Features überzeugen.
- XSplit Gamecaster: In 2014 veröffentlicht, wurde diese Alternative speziell für Gamer entwickelt, die ohne viel Aufwand oder Vorbereitung mit dem Streaming beginnen wollen. So automatisiert die Software gleich nach der Installation viele Einstellungen und ermöglicht dadurch einen schnellen Start auf Twitch, YouTube und Co.
- XSplit VCam: Hierbei handelt es sich um ein relativ neues Programm, das selbst ohne den Einsatz eines Greenscreens den Hintergrund herausfiltern soll und dadurch die Nutzung von selbst erstellten Hintergründen erlaubt.
- XSplit Express Video Editor: Diese vollkommen kostenlose Software ist speziell auf das Erstellen von kurzen Clips ausgelegt und soll die teuren, komplizierten Programme zur Videobearbeitung ersetzen.
Während zwar lediglich die ersten beiden Programme das Streamen an sich ermöglichen, so handelt es sich bei den beiden anderen Produkten durchaus um sinnvolle Erweiterungen, von denen jeder Streamer profitieren kann.
Egal, wofür Du Dich letztendlich entscheidest, beide Streaming-Angebote von SplitmediaLabs werden in einem Freemium-Modell angeboten. So kannst Du zumindest auf einen Teil der Software kostenlos zugreifen und Dich erst später für den Kauf einer (zeitlich begrenzten) Lizenz entscheiden. Die Mehrzahl der anderen Anbieter greift auf eine ähnliche Methode zurück. Dank dieser Struktur können selbst Anfänger, ohne Geld zu investieren, die Produkte antesten und sich eine Übersicht über deren Möglichkeiten verschaffen. Allerdings läuft die XSplit-Software aktuell lediglich unter Windows – andere Betriebssysteme werden nicht unterstützt.
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STREAMLABS OBS – DER BEKANNTE NEWCOMER
Quelle: Streamlabs OBS Software
Wer schon länger auf Twitch unterwegs ist (egal ob als Zuschauer oder Streamer), der wird unweigerlich schon einmal von Streamlabs gehört haben. Für lange Zeit war dies der beste Weg, um beispielsweise Warntöne, GIFs oder Text-zu-Sprache-Nachrichten über andere Streaming-Programme abzuspielen, Spenden anzuzeigen (und zu bekommen) oder Themen-Grafiken in den Stream einzubringen. Mittlerweile hat General Workings – das Unternehmen hinter dem Programm – auch eine eigene Streaming-Software entwickelt, die all die bereits vorhandene Stärken vereint und besonders zur Nutzung auf Twitch designt wurde.
Auch die Handhabung an sich ist extrem einfach und obwohl es sich aktuell noch um eine Beta-Version handelt, die nicht für alle Systeme optimiert ist, werden doch eine Vielzahl an nützlichen Funktionen angeboten. Hier und da gibt es zwar noch ein paar Bugs zu entdecken, doch insgesamt bietet das Programm alles, was das Streamer-Herz begehrt – und ist dazu abgesehen von der Prime-Version kostenlos. Einziges Manko: Aktuell zeigt sich die Software lediglich mit Windows kompatibel und kann nicht unter Linux oder Mac genutzt werden.
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WIRECAST – DIE SOFTWARE FÜR VOLLPROFIS
Welches Programm wählen diejenigen Kanäle, die zum Beispiel große Veranstaltungen streamen möchten oder allgemein auf der Suche nach der umfassendsten Software sind? Wirecast wird hier besonders häufig genannt, denn es richtet sich ganz klar an professionelle Streams, die eine Vielzahl an Zusatzfunktionen nutzen möchten. So ist es zum Beispiel möglich, ohne großen Aufwand 3D-animierte Titel zu integrieren, eine Videokonferenz durchzuführen oder mehrere Ebenen (bis zu 250!) einzusetzen. Darüber hinaus eignet sich die Software nicht bloß für PCs, sondern lässt sich mit Smartphones, Tablets, Kameras und allen anderen Geräten mit Streaming-Eigenschaften verbinden, was für IRL-Streamer besonders interessant ist.
Der Entwickler Telestream hat drei verschiedene Varianten der Software herausgebracht, die sich zwar in ihren Kerneigenschaften gleichen, sich jedoch bezüglich ihrer zusätzlichen Features voneinander unterscheiden. So bietet die Pro-Version eine Network Device Interface (NDI) Ausgabe inklusive ISO-Aufnahme, Sofort-Replays, Live-Scoreboards und ähnlichen Funktionen, die in der One-Variante oder der Studio-Version nicht zu finden sind. Immerhin ist eine kostenlose 30-Tage-Testversion verfügbar. Zur weiteren Nutzung muss im Anschluss allerdings eine Lizenz erworben werden, die durchaus kostenintensiv ausfallen kann. Die drei Preismodelle betragen nämlich zwischen 230 und 650 Euro. Dafür ersparst Du Dir durch diese Einmalzahlung die ständigen monatlichen Beiträge, auf die sich die meisten anderen Software-Studios verlassen.
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LIGHTSTREAM – DIE CLOUD-STREAMING-LÖSUNG
Google, Nvidia und andere Anbieter treiben das Cloud-Gaming immer weiter voran, doch aktuell stecken dessen Möglichkeiten noch in den Kinderschuhen. Anders sieht es im Bereich des Cloud-Streamings aus, denn mit dem kostenlosen Programm Lightstream wird ein bereits ausgeklügeltes System geboten. Der große Vorteil liegt hier ganz klar in der Tatsache, dass die Anforderungen an die Hardware-Leistung stark heruntergeschraubt wurden und sich stattdessen eine gute Internetleitung als ausreichend erweist. Die Software selbst funktioniert höchst intuitiv und analysiert automatisch das vorhandene System, um so die besten Einstellungen auszuwählen. Sogar während des Streams wird ständig auf ein großes Spektrum an Problemen geachtet und die Bitrate entsprechend angepasst.
Zwar lassen sich hier nicht ansatzweise die Features und erweiterten Optionen finden, die bei der Konkurrenz geboten werden, doch dafür sind die wenigen Einstellungen bis ins kleinste Detail durchdacht und funktionieren einwandfrei. Besonders gut gefällt zudem die Möglichkeit, einfach über einen generierten Link eine zweite Person in den Stream einzuladen. Mit der hauseigenen Software Lightstream Prism können sogar bis zu vier Streams miteinander gekoppelt werden. Ebenfalls praktisch: Sämtliche Funktionen lassen sich auch über eine kostenlose App anwählen, sodass der Stream ganz einfach über das Smartphone gesteuert werden kann. Das Programm ist als Free-Version erhältlich, der ein paar Funktionen des Creator-Studios (ca. 18 Euro pro Monat) und der umfangreichen Professional-Variante (ca. 80 Euro pro Monat) fehlen.
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VMIX – DAS PROGRAMM FÜR PROFI-KANÄLE
Ähnlich wie Wirecast richtet sich auch die Software von vMix vor allem an Streamer und Kanäle, die eine umfassende Präsentation planen. Dabei besitzt das Programm von StudioCoast Pty die umfangreichsten Funktionen aller vorgestellten Lösungen und punktet darüber hinaus mit einem Preismodell, das insgesamt sechs verschiedene Stufen mit unterschiedlichen Leistungen beinhaltet. Die Basic-Variante ist dabei absolut kostenlos, während die Pro-Version ca. 1.100 Euro kostet. Welches Modell dabei zu den eigenen Bedürfnissen passt, hängt in erster Linie von der gewünschten Stream-Qualität sowie von den benötigten Zusatzfunktionen ab.
Ohne hier jedes einzelne Feature im Detail zu beleuchten (und davon gibt es wirklich viele), gehören unter anderem eine umfassende NDI-Integration, zahlreiche Stream-Vorlagen sowie die Unterstützung von 4K-Streams zum Funktionsumfang. Zusätzlich wurde ein speziell für Touchscreens optimiertes Interface integriert, das die Bedienung weiter vereinfacht und sich besonders für Events, Konzerte und ähnliche Live-Veranstaltungen anbietet. Insgesamt richtet sich vMix damit eindeutig – und nicht nur beim Preis – an professionelle Einsatzzwecke und kann sich problemlos mit allen anderen Lösungen auf dem Markt im Jahr 2026 messen.
Vorteile
Nachteile
Sehr umfangreicher Funktionsumfang
Umfassende NDI-Integration
Sechs unterschiedliche Lizenz- bzw. Bezahlmodelle
Gut durchdachtes Touchscreen-Interface
Lizenzen im Vergleich relativ kostspielig
Hohe Anforderungen an die Hardware









