Gamerin mit Headset am Gaming-PC
Felix Rau- Autor bei StreamProject Autoren @Felix Rau, Redakteur bei StreamProject
Felix Rau
  • Lieblings-Streamer: Summit1G

  • Lieblings-Spiel: Warframe

  • Fun-Fact: Gehörte einst zu den Top 20 3-on-3 Warcraft 3 Teams der Welt

Die beste Streaming-Software in 2020

15. März 2020

Immer mehr Menschen interessieren sich für das Thema Streamen. Während das Zuschauen eine reine Freizeitbeschäftigung bleibt, wird das Erstellen und Senden eigener Inhalte auch in Bezug auf die eigene Karriereplanung immer attraktiver. Dieser Trend geht schon lange über den Pionier Twitch hinaus und so bieten Unternehmen wie Facebook, YouTube und Microsoft ebenfalls entsprechende Dienste an – um nur einmal die bekanntesten Konkurrenten zu nennen. Dabei ist es heutzutage so einfach wie nie zuvor selbst zum (professionellen) Streamer zu werden, denn die Software-Angebote entwickeln sich ständig weiter, werden ausgeklügelter und vielfältiger. Wer über eine entsprechende Rechner- und Internetleistung verfügt, der kann innerhalb kürzester Zeit einen eigenen Kanal eröffnen und sofort loslegen. Doch was sind eigentlich die besten Software-Angebote auf dem Markt, die Dich auf dieser Reise unterstützen?

Die verschiedenen Anbieter von Broadcasting-Software

Bevor Du einfach ein beliebiges Programm herunterlädst, gilt es zunächst einige grundlegende Dinge zu beachten. Eingangs spielt die Leistung Deines Rechners oder Laptops eine wichtige Rolle, denn gerade beim Streamen von verschiedenen modernen Videospielen werden schnell die Grenzen von Prozessor und Arbeitsspeicher erreicht. Vor allem bei schnellen, actionreichen Games benötigst Du einfach mehr Leistung, um Videospiel und Streaming-Software gleichzeitig zu nutzen.

Auch der Upload-Speed Deiner Internetverbindung ist beim Streamen äußerst wichtig und sollte unbedingt auf die genutzte Plattform abgestimmt werden. Twitch erlaubt zum Beispiel lediglich eine Bitrate von bis zu 6.000 kbit/s, während YouTube bis zu 50.000 kbit/s anbietet. Für einen ruckelfreien Stream mit 720p/60FPS benötigst Du bereits zwischen 3.500 und 5.000 kbit/s als Upload, für 1080p/60FPS solltest Du hingegen 4.500 bis 6.000 kbit/s im Upload mitbringen. Solltest Du Dich jedoch für Übertragungen in Ultra-HD bzw. 4.000p interessieren, so benötigst Du bis zu 50.000 kbit/s – eine Bitrate, die Twitch gar nicht erst zur Verfügung stellt.

Darüber hinaus spielt natürlich die Wahl der Broadcasting-Software selbst eine entscheidende Rolle, denn hier unterscheiden sich die Kosten, Funktionen und Möglichkeiten mitunter stark voneinander. Wir haben die bekanntesten und beliebtesten Anbieter für Dich geprüft und verraten Dir genau, wo deren Stärken und Schwächen im Einzelnen liegen.

OBS Studio – Der beliebteste Anbieter

OBS Studio bietet eine Vielzahl an Funktionen – und ist komplett kostenlos.
Quelle: https://obsproject.com/de

Bei der Open Broadcaster Software (OBS) handelt es sich um das derzeit populärste und meistgenutzte Programm. Ganz egal, ob Du auf YouTube, Facebook oder Twitch streamen möchtest, das übersichtliche Design sowie die vielen Möglichkeiten zur Integration von zusätzlichen Elementen sind kinderleicht zu bedienen und mit nur wenigen Handgriffen zu erlernen – wenn Du denn weißt, wo Du anfangen musst. Wir helfen Dir bei den wichtigsten Fragen und erklären zum Beispiel, wo Du auf Twitch Deinen Stream Key findest. So kannst Du in Deinem Profil nicht nur verschiedene Szenen einrichten, managen und per Tastendruck wechseln, sondern gleichzeitig einen Alarm (zum Beispiel für Spenden sowie neue Abonnenten) hinzufügen oder Deine Audio-Einstellungen frei nach Deinem Belieben anpassen. Selbst das Aufnehmen von Videos ist sowohl im Offline- als auch im Online-Modus möglich.

Durch seine breite Nutzung bietet OBS Studio zudem den großen Vorteil, dass Du zu jedem Deiner Probleme oder Wünsche einen entsprechenden Ratgeber findest. Solltest Du dennoch einmal auf ein Themengebiet stoßen, das noch nicht ausreichend beleuchtet wurde, so bekommst Du schnell Hilfe durch die Community. Am besten lässt sich OBS demnach wie folgt beschreiben: Die Software ist einfach zu erlernen, aber schwierig zu meistern, denn die Möglichkeiten zur individuellen Anpassung sind vielfältig und komplex. Für einen problemlosen Einstieg bietet OBS dagegen die direkte Option des automatischen Schnellstarts an. Hierbei ermittelt das Programm vollkommen automatisch die besten Einstellungen bezüglich Streaming-Qualität und Du brauchst anschließend bloß noch auf den Startknopf drücken.

OBS Studio wird für alle gängigen Betriebssysteme (Windows, Mac oder Linux) angeboten und ist vollkommen kostenlos verfügbar. Da es sich hier um ein Open-Source-Projekt handelt, existieren keine weiteren gebührenpflichtige Versionen. Du kannst die Software demnach völlig legal gratis herunterladen und nach Deinen Vorstellungen nutzen.

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Vorteile Nachteile
  • Für alle gängigen Betriebssysteme geeignet
  • Komplett kostenlos nutzbar
  • Extrem simpler Einstieg
  • Komplexe Möglichkeiten für individuelle Anpassungen
  • Gleichzeitig für Live-Streaming und Videoaufnahme geeignet
  • Anfänger fühlen sich häufig zu Beginn überfordert

XSplit – Der Premium-Anbieter für all Deine Streaming-Wünsche

XSplit Broadcaster und XSplit Gamecaster punkten mit vielen Features und Vorteilen.
Quelle: XSplit Broadcaster Software

Auf einem klaren zweiten Platz – zumindest was die Bekanntheit angeht – landet das Programm von SplitmediaLabs, einem auf den Philippinen ansässigen Unternehmen, das mittlerweile eine Reihe verschiedener Angebote entwickelt hat und diese unter dem XSplit-Label vertreibt. Es richtet sich mit den hauseigenen Software-Produkten in erster Linie an all die Streamer, die auf einer professionellen Ebene arbeiten und nicht nur auf der Suche nach einem höherklassigen Programm sind, sondern auch diverse Plug-Ins von Drittanbietern integrieren möchten. Aktuell bietet das Unternehmen folgende Produkte an:

  • XSplit Broadcaster: Bereits 2010 wurde dieses Programm in einer öffentlichen Beta-Version angeboten und kurz darauf von einigen E-Sports-Organisationen aufgegriffen. XSplit Broadcaster eröffnet seinen Nutzern neue Wege, gesendete Inhalte wirklich zu beeinflussen und erweist sich gerade im Bereich Datensicherheit besser aufgestellt als etwa die frei zugängliche OBS-Version. Wer sich tiefer gehend mit dieser Software befasst, den wird eine Vielzahl an Features überzeugen.
  • XSplit Gamecaster: In 2014 veröffentlicht, wurde diese Alternative speziell für Gamer entwickelt, die ohne viel Aufwand oder Vorbereitung mit dem Streaming beginnen wollen. So automatisiert die Software gleich nach der Installation viele Einstellungen und ermöglicht dadurch einen schnellen Start auf Twitch, YouTube und Co.
  • XSplit VCam: Hierbei handelt es sich um ein relativ neues Programm, das selbst ohne den Einsatz eines Greenscreens den Hintergrund herausfiltern soll und dadurch die Nutzung von selbst erstellten Hintergründen erlaubt.
  • XSplit Express Video Editor: Diese vollkommen kostenlose Software ist speziell auf das Erstellen von kurzen Clips ausgelegt und soll die teuren, komplizierten Programme zur Videobearbeitung ersetzen.

Während zwar lediglich die ersten beiden Programme das Streamen an sich ermöglichen, so handelt es sich bei den beiden anderen Produkten durchaus um sinnvolle Erweiterungen, von denen jeder Streamer profitieren kann.

Egal, wofür Du Dich letztendlich entscheidest, beide Streaming-Angebote von SplitmediaLabs werden in einem Freemium-Modell angeboten. So kannst Du zumindest auf einen Teil der Software kostenlos zugreifen und Dich erst später für den Kauf einer (zeitlich begrenzten) Lizenz entscheiden. Die Mehrzahl der anderen Anbieter greift auf eine ähnliche Methode zurück. Dank dieser Struktur können selbst Anfänger, ohne Geld zu investieren, die Produkte antesten und sich eine Übersicht über deren Möglichkeiten verschaffen. Allerdings läuft die XSplit-Software aktuell lediglich unter Windows – andere Betriebssysteme werden nicht unterstützt.

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Vorteile Nachteile
  • Verschiedene Plug-Ins
  • Viele Einstellungsmöglichkeiten für den Audiobereich
  • Umfassender Service und Support durch den Hersteller
  • Chroma Keying
  • Viele Funktionen benötigen eine Lizenz
  • Nicht mit Linux und Mac kompatibel

Streamlabs OBS – Der bekannte Newcomer

Streamlabs OBS ist noch in der Beta-Phase, punktet jedoch durch altbekannte Features

Quelle: Streamlabs OBS Software

Wer schon länger auf Twitch unterwegs ist (egal ob als Zuschauer oder Streamer), der wird unweigerlich schon einmal von Streamlabs gehört haben. Für lange Zeit war dies der beste Weg, um beispielsweise Warntöne, GIFs oder Text-zu-Sprache-Nachrichten über andere Streaming-Programme abzuspielen, Spenden anzuzeigen (und zu bekommen) oder Themen-Grafiken in den Stream einzubringen. Mittlerweile hat General Workings – das Unternehmen hinter dem Programm – auch eine eigene Streaming-Software entwickelt, die all die bereits vorhandene Stärken vereint und besonders zur Nutzung auf Twitch designt wurde.

Auch die Handhabung an sich ist extrem einfach und obwohl es sich aktuell noch um eine Beta-Version handelt, die nicht für alle Systeme optimiert ist, werden doch eine Vielzahl an nützlichen Funktionen angeboten. Hier und da gibt es zwar noch ein paar Bugs zu entdecken, doch insgesamt bietet das Programm alles, was das Streamer-Herz begehrt – und ist dazu abgesehen von der Prime-Version kostenlos. Einziges Manko: Aktuell zeigt sich die Software lediglich mit Windows kompatibel und kann nicht unter Linux oder Mac genutzt werden.

 

Vorteile Nachteile
  • Viele verschiedene Plug-Ins
  • Praktische Features und Funktionen
  • Kostenlose Themen und Grafiken
  • Wird ständig weiterentwickelt
  • Keine Kompatibilität mit Mac und Linux
  • Noch in der Beta-Phase

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Wirecast – Die Software für Vollprofis

Wirecast richtet sich in erster Linie an professionelle Kanäle mit höheren Ansprüchen

Quelle: Wirecast Video (link: https://www.telestream.net/wirecast/overview.htm#overview )

Welches Programm wählen diejenigen Kanäle, die zum Beispiel große Veranstaltungen streamen möchten oder allgemein auf der Suche nach der umfassendsten Software sind? Wirecast wird hier besonders häufig genannt, denn es richtet sich ganz klar an professionelle Streams, die eine Vielzahl an Zusatzfunktionen nutzen möchten. So ist es zum Beispiel möglich, ohne großen Aufwand 3D-animierte Titel zu integrieren, eine Videokonferenz durchzuführen oder mehrere Ebenen (bis zu 250!) einzusetzen. Darüber hinaus eignet sich die Software nicht bloß für PCs, sondern lässt sich mit Smartphones, Tablets, Kameras und allen anderen Geräten mit Streaming-Eigenschaften verbinden, was für IRL-Streamer besonders interessant ist.

Der Entwickler Telestream hat drei verschiedene Varianten der Software herausgebracht, die sich zwar in ihren Kerneigenschaften gleichen, sich jedoch bezüglich ihrer zusätzlichen Features voneinander unterscheiden. So bietet die Pro-Version eine Network Device Interface (NDI) Ausgabe inklusive ISO-Aufnahme, Sofort-Replays, Live-Scoreboards und ähnlichen Funktionen, die in der One-Variante oder der Studio-Version nicht zu finden sind. Immerhin ist eine kostenlose 30-Tage-Testversion verfügbar. Zur weiteren Nutzung muss im Anschluss allerdings eine Lizenz erworben werden, die durchaus kostenintensiv ausfallen kann. Die drei Preismodelle betragen nämlich zwischen 230 und 650 Euro. Dafür ersparst Du Dir durch diese Einmalzahlung die ständigen monatlichen Beiträge, auf die sich die meisten anderen Software-Studios verlassen.

 

Vorteile Nachteile
  • Streaming mit multiplen Bitraten
  • Für über 30 Plattformen nutzbar
  • 3D-animierte Titel
  • Unzählige Features und Plug-Ins
  • Teurer Anschaffungspreis
  • Hohe Ansprüche an die Hardware

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Lightstream – Die Cloud-Streaming-Lösung

Lightstream verspricht eine Hardware schonende Cloud-Streaming-Lösung

Quelle: https://golightstream.com/studio/

Google, Nvidia und andere Anbieter treiben das Cloud-Gaming immer weiter voran, doch aktuell stecken dessen Möglichkeiten noch in den Kinderschuhen. Anders sieht es im Bereich des Cloud-Streamings aus, denn mit dem kostenlosen Programm Lightstream wird ein bereits ausgeklügeltes System geboten. Der große Vorteil liegt hier ganz klar in der Tatsache, dass die Anforderungen an die Hardware-Leistung stark heruntergeschraubt wurden und sich stattdessen eine gute Internetleitung als ausreichend erweist. Die Software selbst funktioniert höchst intuitiv und analysiert automatisch das vorhandene System, um so die besten Einstellungen auszuwählen. Sogar während des Streams wird ständig auf ein großes Spektrum an Problemen geachtet und die Bitrate entsprechend angepasst.

Zwar lassen sich hier nicht ansatzweise die Features und erweiterten Optionen finden, die bei der Konkurrenz geboten werden, doch dafür sind die wenigen Einstellungen bis ins kleinste Detail durchdacht und funktionieren einwandfrei. Besonders gut gefällt zudem die Möglichkeit, einfach über einen generierten Link eine zweite Person in den Stream einzuladen. Mit der hauseigenen Software Lightstream Prism können sogar bis zu vier Streams miteinander gekoppelt werden. Ebenfalls praktisch: Sämtliche Funktionen lassen sich auch über eine kostenlose App anwählen, sodass der Stream ganz einfach über das Smartphone gesteuert werden kann. Das Programm ist als Free-Version erhältlich, der ein paar Funktionen des Creator-Studios (ca. 18 Euro pro Monat) und der umfangreichen Professional-Variante (ca. 80 Euro pro Monat) fehlen.

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Vorteile Nachteile
  • Niedrige Hardware-Ansprüche
  • Extrem simpel in der Bedienung
  • App-Steuerung möglich
  • Weniger Features als die Konkurrenz
  • Cloud-Streaming gefällt nicht jedem

vMix – Das Programm für Profi-Kanäle

Mix bietet die umfangreichsten Möglichkeiten für professionelle Streamer

Quelle: https://www.vmix.com/software/features.aspx

Ähnlich wie Wirecast richtet sich auch die Software von vMix vor allem an Streamer und Kanäle, die eine umfassende Präsentation planen. Dabei besitzt das Programm von StudioCoast Pty die umfangreichsten Funktionen aller vorgestellten Lösungen und punktet darüber hinaus mit einem Preismodell, das insgesamt sechs verschiedene Stufen mit unterschiedlichen Leistungen beinhaltet. Die Basic-Variante ist dabei absolut kostenlos, während die Pro-Version ca. 1.100 Euro kostet. Welches Modell dabei zu den eigenen Bedürfnissen passt, hängt in erster Linie von der gewünschten Stream-Qualität sowie von den benötigten Zusatzfunktionen ab.

Ohne tiefer auf alle Möglichkeiten und Features einzugehen (und davon gibt es eine ganze Menge), zählen auch hier eine NDI-Einbindung, vielfältige Stream-Vorlagen und sogar eine Unterstützung von 4k-Streams dazu. Darüber hinaus wurde sogar ein speziell für Touchscreens entwickeltes Interface integriert, dass die Handhabung der Software noch einmal vereinfacht und gerade für Events, Konzerte oder ähnliche Veranstaltungen ideal ist. Somit richtet sich vMix ganz klar (und nicht nur preislich) an professionellere Ideen und kann sich mit allen anderen Angeboten auf dem Markt messen.

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Vorteile Nachteile
  • Viele verschiedene Funktionen
  • NDI-Integration
  • Sechs verschiedene Bezahlmodelle
  • Durchdachtes Touchscreen Interface
  • Lizenzen vergleichsweise teuer
  • Hohe Hardware-Anforderungen

 

Titelbild Quelle: depositphotos.com

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