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Was ist Twitch
Christoph Bernarding - Autor bei StreamProject Autoren @Christoph Bernarding, Redakteur bei StreamProject
Christoph Bernarding
  • Lieblings-Streamer: Critical Role

  • Lieblings-Spiel: World of Warcraft

  • Fun-Fact: Lief vor ein paar Jahren den kompletten Jakobsweg

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Was ist Twitch?

18. März 2020

Was ist Twitch? Twitch.tv ist eine Plattform, auf der Personen aus aller Welt vielfältige Streaminginhalte zur Verfügung stellen. Im Vergleich zu bekannten Portalen wie Netflix und Co. werden hier in der Regel jedoch keine vorproduzierten Sendungen gezeigt, sondern der Streamer liefert für seine Zuschauer eine Live-Show ab. Ein Großteil filmt sich etwa vor dem heimischen PC beim Spielen der neuesten Games.

Twitch – Zahlen und Fakten

Live-Streaming ist populärer denn je. Trotz steigender Konkurrenz bleibt Twitch nach wie vor an der Spitze der Charts. Laut den offiziellen Statistiken des Twitch Trackers konnten auch 2019 wieder neue Rekorde aufgestellt werden:

  • Insgesamt wurden die Streams auf Twitch 660 Milliarden Minuten lang geschaut. Gegenüber 2017 entspricht das fast einer Verdopplung der Zuschauerbindung.
  • Im Durchschnitt waren jeden Monat 3,6 Millionen Streamer online, von denen ein kleiner Teil mit Twitch Geld verdienen
  • Dies resultierte darin, dass kontinuierlich 50.000 Channel auf Twitch live sendeten.
  • Über den Tag verteilt nahmen zu jedem Zeitpunkt 1.256.000 Zuschauer das Angebot von Twitch wahr.

Und der Trend reißt nicht ab. Experten zufolge wird sich die Reichweite in den nächsten Jahren deutlich erhöhen, da sich Plattformen wie Twitch und YouTube immer mehr dem Mainstream zuwenden.

Die Geschichte von Twitch

Was ist Twitch im Detail? Um das zu klären, müssen die Ursprünge des Unternehmens betrachtet werden. Die Anfänge der Streaming-Portale gehen auf eine Webseite namens Justin.tv zurück. Dort fing Gründer Justin Kan im Jahr 2007 an, sein Leben 24 Stunden am Tag live zu übertragen. Diese Pionierarbeit erreichte schnell ein so großes Publikum, dass bald weitere User ihre eigenen Inhalte senden wollten. Besonders der Bereich Gaming brachte etliche erfolgreiche Streamer hervor und so breitete sich Justin.tv in diese Richtung aus.

Die Geschichte von Twitch

Eine Erfolgsgeschichte

2011 startete die neue Live-Streaming-Plattform TwitchTV, die ihren Fokus ganz auf den Gamingsektor legte. Zu Beginn existierte mit Own3d.tv zwar noch ein großer Konkurrent mit ähnlichem Angebot, der 2013 jedoch den Anschluss verlor. Twitch überzeugte mit technischen Neuerungen sowie einem besseren Management, was bald alle bedeutenden Streamer anzog. Die Übertragungsrechte vieler E-Sport-Events gaben den letzten Ausschlag, den Großteil der Fans restlos zu begeistern.

Der Deal mit Amazon

Twitch war auf dem besten Weg, ein globales Phänomen zu werden. Das blieb nicht unbemerkt: Im August 2014 einigten sich die Gründer und Amazon übernahm Twitch für einen Kaufpreis von fast einer Milliarde US-Dollar. Der Online-Gigant erkannte das Potenzial von Twitch Interactive und wollte sich einen frühen Zugang zu diesem Markt verschaffen. Völlig zu Recht, wie sich herausstellen sollte. Heute zählt Twitch weltweit zu den Top 50 der gefragtesten Webseiten (derzeit Platz 35 nach dem Ranking von Alexa im März 2020).

Der Boom des Live-Streaming

Kaum hatte sich Amazon eingeschaltet, wurde die Branche wach und die CEOs der Tech-Industrie fragten einstimmig: Was ist Twitch eigentlich? Bereits 2015 zog Platzhirsch YouTube mit einer eigenen Gaming-Plattform nach und auch Facebook meldete sich kurze Zeit später zu Wort. Dennoch, der Kern der Zielgruppe blieb Twitch treu. Bei den meist männlichen Zuschauern im Alter von 14 bis 35 Jahren ersetzten die Streams der Twitch Partner oft den klassischen Fernsehkonsum. Hier kann den bekannten Größen der Szene beim Spielen von Hits wie League of Legends oder Counter-Strike zugesehen werden, während im Hintergrund angesagte Musik bei Twitch läuft. Dadurch wirkt das Programm gleich authentischer und beschäftigt sich spürbar mit den Interessen der Zielgruppe.

Die Kategorien auf Twitch.tv

Bei Twitch steht Unterhaltung im Vordergrund. Schon längst hat sich das Streaming-Portal neuen Elementen geöffnet. Zwischen beliebten Spieletiteln wie Fortnite, Fifa oder Minecraft erscheinen immer häufiger Kategorien, die keine direkten Berührungspunkte mit dem Thema Gaming aufweisen. Viele Zuschauer begeistern sich etwa für Streams aus der Spalte Just Chatting. Anfangs als Möglichkeit zur persönlichen Interaktion mit dem Publikum gedacht, entwickelte sich diese Kategorie mit der Zeit zu einer bunten Mischung an Inhalten. Auf dieser Seite findet sich alles – von innovativen Show-Konzepten (beispielsweise aus dem Bereich der Gastronomie) bis hin zu sog. IRL-Streams, bei denen der Streamer an mitunter exotischen Orten mobil unterwegs ist.

Ein breites Spektrum an Alternativen

Diverse Talkshows sowie Podcasts zeichnen mittlerweile live auf Twitch auf und andere Künstler streamen sich beim Erstellen ihrer neuesten Werke. Zu besonderen Anlässen überträgt Twitch sogar alte TV-Sendungen. Unvergessen bleibt ein Marathon des Klassikers Bob Ross, der erst mit dem Twitch-Chat zu einem echten Erlebnis wurde. Anderen Nischen, wie zum Beispiel der Speed Running oder Dungeons & Dragons Community, hat die Popularität des Live-Streaming zu einer regelrechten Renaissance verholfen. Die Definition „Was ist Twitch“ und die wichtigsten Kategorien der Plattform werden aber auch weiterhin von den aktuellen Gaming-Trends bestimmt.

Twitch in Deutschland

Twitch gibt sich stets international. Loggst Du Dich hierzulande im Netzwerk ein, wirst Du sofort auf eine Vielzahl an deutschsprachigen Streams verwiesen. Ohne Umwege kannst Du PietSmiet beim Zocken zusehen, Dich von Gronkh unterhalten lassen und keine Sendung der RocketBeans mehr verpassen. Denn auch wenn die überwiegende Anzahl der Twitch-Kanäle in Englisch streamt, folgt an zweiter Stelle der größten Märkte sogleich das deutsche Publikum. Russland und Süd-Korea sollten ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden. Da der Konsum von Twitch umsonst ist, existieren nur wenige Einstiegshürden. Fast jeder deutsche Bürger hat Zugang zum Internet und besitzt ein Gerät, das Twitch-Streams empfangen kann. Ein Drittel der Zuschauer greifen dafür auf ihr Smartphone zurück.

Der Unterschied zur Konkurrenz

Die wesentlichen Marktanteile liegen momentan zwischen Twitch und YouTube verteilt. Für die meisten Schlagzeilen sorgt derzeit jedoch das Streaming-Portal Mixer, das aggressiv riesige Streamer wie Ninja oder Shroud exklusiv von Twitch abwirbt. Wieso aber muss Microsoft Millionenbeträge zahlen, um diese Marken zu einem Wechsel zu bewegen? Oder anders formuliert: Was ist Twitch hinter den Kulissen und warum ist das Unternehmen so erfolgreich mit seiner Strategie?

Mit der Community zum Erfolg

Twitch hat schlichtweg Pionierarbeit geleistet und genießt dadurch noch immer einige entscheidende Vorteile. Die Seite stellt die erste Anlaufstelle zum Thema Streaming dar, wodurch ein potenzielles Publikum in Millionenhöhe vorhanden ist. Auf Twitch herrscht zudem ein organisches Sehverhalten, das den anderen Plattformen fehlt. Die Community bleibt also unerreicht. Du kannst Dich im umfangreichen Chat mit den ikonischen Emotes austauschen und Deinen Lieblingsstream auf jedem erdenklichen Gerät schauen – von Deinem Toaster einmal abgesehen. Bei Mixer fehlt etwa ein Support der PS4 völlig.

Twitch, Mixer und YouTube Live im Vergleich

Stattdessen bietet Mixer durch die Verbindung zu Microsoft eine ganz einfache Handhabung auf Windows-Rechnern oder Deiner Xbox One an. Bei YouTube Live entfällt die Schnittstelle für diese Konsole hingegen komplett. Dafür können sich die User auf die technische Power von Google verlassen: Streams können während dem Live-Programm zurückgespult und von einer beliebigen Stelle aus weitergeschaut werden. Diese Funktion ist noch einmalig unter allen Plattformen.

Allerdings gelang Amazon mit der Einführung von Twitch Prime der größte Clou: Fans mit einem Amazon-Prime-Account können ohne Aufpreis einmal monatlich einen Stream mit einer Premium-Subscription unterstützen, der dem Twitch-Partner seinen Anteil an 5 US-Dollar einbringt. Diese regelmäßigen Einkünfte stellen für viele Streamer eine so zentrale Grundlage ihres Einkommens dar, dass ein Wechsel der Plattform überhaupt nicht erst infrage kommt.

Was ist Twitch, das weißt Du nun etwas besser. Das Unternehmen zeichnet sich durch so manch eine Innovation aus. Dank dem Affiliate-Programm lässt sich auf dem Streaming-Portal zugleich nachweislich ein Lebensunterhalt verdienen. Wie Du mit Leichtigkeit in die Welt des Live-Streaming einsteigen kannst, erfährst Du in diesem Guide.

 

Titelbild Quelle: depositphotos.com
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