Streaming-Pionier Reckful verstarb im Alter von 31 Jahren
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Archivmeldung: Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder und wurde sprachlich überarbeitet. Spätere Entwicklungen sind nicht berücksichtigt.
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Byron „Reckful“ Bernstein verstarb am 2. Juli 2020 im Alter von 31 Jahren. Er ging offen mit seiner bipolaren Störung und seinen Depressionen um und inspirierte damit viele. Auf seinem Kanal liefen danach stundenlang alte VODs, über 40.000 Fans nahmen im Chat Abschied. Wenn es dir selbst nicht gut geht: Die TelefonSeelsorge erreichst du kostenlos und anonym unter 0800-1110111.
Der Schock breitete sich in der Community aus, als die Nachricht über Twitter die Runde machte. Am 2. Juli 2020 verstarb Byron Bernstein, besser bekannt unter seinem Alias Reckful, im Alter von 31 Jahren. Zur Zeit der Erstveröffentlichung wurde von einem Suizid ausgegangen.
Aus unserem News-Archiv: Diese Meldung gibt den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wieder.
Andy Milonakis, ein guter Freund und selbst Streamer, verbreitete die traurige Nachricht und NymN, ebenfalls ein enger Freund Reckfuls, bestätigte dies über Twitter. Er habe mit dem Mitbewohner von Reckful in Kontakt gestanden und über den Vorfall direkt von einer Ex-Freundin gehört, die sich kurz darauf selbst zu Wort meldete.
Offenheit im Umgang mit psychischen Problemen
Hilfe: Wenn auch du gerade eine schwierige Zeit durchmachst, versuch deine letzte Kraft aufzuwenden und such dir Hilfe. Nimm Kontakt zu einer Vertrauensperson auf, such dir einen Psychiater oder Psychotherapeuten (dein Hausarzt hilft dir hier weiter) oder ruf in besonders schlimmen Phasen die TelefonSeelsorge an, die du unter 0800-1110111 kostenlos und anonym erreichst. Mehr dazu findest du auf dieser Seite. Denk immer daran, es gibt Menschen da draußen, die dich lieben.
Reckful war sehr offen, was diese Probleme anging. Er litt unter einer bipolaren Störung und machte aus seinem Kampf mit schweren Depressionen kein Geheimnis, was vielen seiner Fans Kraft gab. In einem Stream mit dem Psychiater Dr. K erklärte Reckful sogar, wie verzweifelt er versuche, andere vor einem ähnlichen Schicksal zu bewahren:
Clip ansehen: Twitch
Was ihm in jedem Fall gelang. Zahllose Nachrichten wurden in den Stunden danach über Reddit, Discord oder mit Freunden geteilt, die eindrucksvoll unter Beweis stellten, wie inspirierend die Offenheit von Reckful nicht nur für seine Streaming-Kollegen, sondern für die ganze Community war.
Die letzten Worte von Reckful
Sehr bedrückend wirken die finalen Momente des letzten Streams von Reckful, in denen er sich niedergeschlagen und gleichzeitig hoffnungsvoll zeigt. „Wenn man einsam wird“, sagt er, „sollte man aufeinander zugehen, vielleicht ein paar Spiele zusammen zocken, ein paar neue Leute treffen.“ Es ist hart, diese Szenen noch einmal anzuschauen.
Am Tag zuvor hatte Reckful auf Twitter eine gute Freundin aus dem Nichts gefragt, ob sie ihn heiraten wolle.
Die Reaktion der Community – oder zumindest einer lauten Minderheit – auf diesen Tweet war grotesk und abstoßend. Man machte sich über ihn lustig, machte sein Verhalten lächerlich, bis Reckful sich genötigt sah, zwei weitere Tweets zu versenden. Ihm tue es leid, für jeden, der mit seinem Wahnsinn umgehen müsse.
Becca, die Streamerin, der der Antrag galt, bekam davon zunächst überhaupt nichts mit, es war noch früh am Morgen. Später teilte sie ein kurzes, mitfühlendes Statement.
Auf dem Twitch-Account von Reckful liefen im Anschluss stundenlang alte VODs. Über 40.000 Fans versammelten sich im Chat und nahmen Abschied von ihrem Idol.
Die Reaktionen anderer Streamer
Ein Großteil der Streamer, die sich zum Zeitpunkt der Nachricht zufällig online befanden, zeigte sich zutiefst berührt. Reckful war ein Urgestein der Szene, hat jede Menge (heutzutage triviale, damals bahnbrechende) Dinge wie etwa das Spenden mit einer Nachricht auf Twitch geprägt, wurde für viele World of Warcraft Spieler zur Ikone, als er als Erster in Arena ein Rating von 3.000 erreichte.
Der damals mit Abstand populärste WoW-Streamer Asmongold wurde von der Nachricht aus der Bahn geworfen, entschied sich aber dazu, in diesem Moment weiter zu streamen. Über 100.000 Zuschauer fanden sich in seinem Chat ein, tauschten sich über Reckful und über psychische Probleme aus, sodass Asmongold entschied, den Hauptteil seiner Einnahmen des Tages an eine wohltätige Organisation zur Selbstmord-Prävention zu spenden.
Außerdem kritisierte Asmongold Elemente der Streaming-Kultur stark und warf einem Teil der Community vor, dass sie „wie Kannibalen“ über die sozialen Medien herfallen, sich gierig auf solche traurigen Ereignisse stürzen und damit weiteres Unheil verursachen:
Clip ansehen: Twitch
Der Streamer Mizkif schätzte die Situation allerdings anders ein. Sehr überlegt sprach er vor seinem Publikum wichtige Aspekte an und kam zu dem Schluss, dass die Reaktionen auf die letzten Tweets von Reckful nur wenig Einfluss auf die darauf folgende Tat hatten, falls es sich denn um einen Suizid handelte.
Auch die Streamerin Alinity zeigte sich so offen wie selten zuvor. In ihrer Show berichtete sie von den konstanten Anfeindungen, die sie seit Jahren auf Twitch ertragen musste und der Verzweiflung, die sie dabei empfand. Sie selbst habe in der Vergangenheit mehrmals an Suizid gedacht.
Dieser Ausschnitt erinnert stark an einen ähnlichen Moment von Reckful, als dieser konkret auf einen bösartigen Kommentar in seinem Chat einging:
Video ansehen: YouTube
Aber vielleicht verabschieden wir uns besser mit einem hoffnungsvollen Blick in Richtung Zukunft, mit einem Video, das NymN über Twitter teilte. Es zeigt Reckful zu Beginn von 2020 und wie sehr er sich darauf freue, seine Freunde wiederzusehen, mit denen er so viel Spaß hatte.
Häufige Fragen
Wofür war Reckful bekannt?
Als Urgestein der Szene und World-of-Warcraft-Ikone, der als Erster in der Arena ein Rating von 3.000 erreichte und Dinge wie das Spenden mit einer Nachricht auf Twitch prägte.
Wie reagierte Asmongold auf die Nachricht?
Er streamte weiter, sprach mit über 100.000 Zuschauern über psychische Probleme und spendete den Hauptteil seiner Tageseinnahmen an eine Organisation zur Suizidprävention.