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Der Twitch Streamer als Lich King von World of Warcraft
Christoph Bernarding - Autor bei StreamProject Autoren @Christoph Bernarding, Redakteur bei StreamProject
Christoph Bernarding
  • Lieblings-Streamer: Critical Role

  • Lieblings-Spiel: World of Warcraft

  • Fun-Fact: Lief vor ein paar Jahren den kompletten Jakobsweg

World of Warcraft: Die Rückkehr des Asmongold auf Twitch

Veröffentlicht am 3. April 2020 von Christoph Bernarding

Am 2. April 2020 war es endlich so weit: Nach mehr als 100 Tagen Abwesenheit meldete sich Twitch-Streamer Asmongold live zurück auf der Plattform. Mit weit über 1 Mio. Followern gehört der World of Warcraft Experte zu den größten Broadcastern, die im englischsprachigen Gaming-Bereich zu finden sind. Kann er also nach dreimonatiger Pause einfach zur alten Hochform zurückkehren?

Das zeigte sich schon zu Beginn des Streams: Bevor die Show überhaupt richtig anfing und Asmongold sich selbst zu Wort meldete, schauten um 16:30 CET bereits mehr als 26.000 Zuschauer dem Intro zu und unterhielten sich im Chat. Ein voller Erfolg also, wenn man bedenkt, dass diese Zahlen bei der letzten Übertragung im Dezember 2019 noch Spitzenwerte darstellten.

Wer ist Asmongold?

Dieser Hype entstand nicht über Nacht. Asmongold, der mit seiner Mutter in Texas lebt und von dem sonst nur sein Vorname Zack bekannt ist, begann seine Karriere vor vielen Jahren als Content Creator auf YouTube. Dort zeigte er sein Können mit ausführlichen Guides zu World of Warcraft, dem MMORPG von Blizzard Entertainment, wodurch allmählich die Persona Asmongold entstand.

Als Elitist gehasst wie gefeiert, bezeichnet sich Zack oft als „professioneller Neckbeard“ und kokettiert mit diesem Image, das zweifellos einen gewissen Reiz ausübt. Wie weit von der Wahrheit die Kunstfigur Asmongold tatsächlich entfernt ist, kann jeder Zuschauer für sich selbst entscheiden. Immerhin hat Zack die 1.000 Spieltage auf seinem WoW-Account schon lange überschritten und der vernachlässigte Zustand seines Zimmers ist legendär.

Doch vielleicht ändert sich im neuen Jahr einiges?

Der Schreibtisch ist zu diesem besonderen Anlass frisch aufgeräumt

Quelle: Twitter-Account von Asmongold

It’s ya boy Asmongold

Dank der Community, die sich um seinen YouTube-Channel gebildet hatte, musste Asmongold auf Twitch nicht mehr ganz von vorne beginnen, sondern konnte schnell erste Erfolge sowie beeindruckende Zuschauerzahlen vorweisen. Mit der Zeit entwickelte sich sein Stream zuerst zum größten WoW-Kanal auf Twitch und schließlich zu einem der populärsten Channels überhaupt.

Der Höhepunkt dieser Reise wurde mit dem lang ersehnten Release der Classic-Version von World of Warcraft erreicht: Maximal hatte Asmongold am 26. August 2019, dem ersten Tag von Classic, zur gleichen Zeit 283.753 Zuschauer! Das ist in vielerlei Hinsicht ein Rekord und ein Wert, von dem selbst die besten deutschen Streamer nur träumen können.

Die Realität nach dem Hype

Als Reaktion auf diese immensen Erfolge stellte Asmongold sein Verhalten um. Zum einen gewöhnte er sich daran, immer länger online zu sein. So waren Zeiten von über 10 Stunden jeden Tag bald keine Seltenheit mehr, ein immenses Pensum, das schon bald seinen Tribut forderte. Am 13. Dezember verkündete Asmongold während seines vorerst letzten Streams, ein paar Tage Pause einzulegen – aus denen am Ende mehrere Monate wurden. In der schnelllebigen Welt des Internets eine Ewigkeit.

Bereits vor diesem konsequenten Schnitt waren die Zeiten des Streams unregelmäßiger geworden und Asmongold selbst unzufriedener. Reflektierend erklärte er in einem Video, dass der unfassbare Hype von Classic natürlich auch seine Probleme mit sich brauchte (Stichwort: PvP-Server als Twitch-Streamer). Das unvermeidliche Drama, das auf gewisse Entscheidungen folgte, brachte ihn schließlich an einen Punkt, an dem er sich verstellen musste und die Reißleine zog.

Asmongold erklärt seinen Burnout

Quelle: Twitch-Stream von Asmongold

Aktiv trotz Pause

Derweil verschwand Asmongold während seiner Pause nicht vollständig von der Bildfläche. Er zeigte sich immer mal wieder in den Chat-Räumen befreundeter Streamer oder kam vereinzelt sogar vor die Kamera, etwa für den Podcast von Trainwrecks oder als Experte bei Allcraft. Auf der von ihm bevorzugten Plattform Twitter ließ der Entertainer regelmäßig von sich hören. Dort verkündete er auch seine Rückkehr zum Streaming auf Twitch:

Das Datum der Rückkehr wird festgelegt

Quelle: Twitter-Account von Asmongold

Zack lässt die Rolle des Asmongold kurz ruhen und regt den offenen Dialog mit seiner Community an. Die Ankündigung wird seine Fans natürlich freuen, aber Zack stellt direkt klar: Der erste Stream soll kein großes Event werden, sondern der „übliche Spaß“ wie zuvor – außer der Alpha-Zugang zum neusten World of Warcraft Addon Shadowlands wird rechtzeitig freigeschaltet. Ansonsten kann auch er seine Rückkehr nicht mehr erwarten, führt er doch momentan häufig Selbstgespräche mit einem imaginären Publikum.

Der erste Stream des Jahres!

Mit dem Titel I HAVE RETURNED meldete sich der Twitch-Stream offiziell aus der Pause zurück. Über 6 Stunden ging die Show, die in der Spitze 64.726 Zuschauer anzog und über die gesamte Dauer 278.316 Unique Viewers verzeichnete, wie auf Twitch Tracker nachzulesen ist. Damit kann die Rückkehr eindeutig als gelungen eingestuft werden.

Diese Werte spiegeln sich auch in den Subscriptions des Streams wider. Diese Abonnements machen für viele Content Creator auf Twitch einen wichtigen Teil des Lebensunterhalts aus. Höchstwerte von 21.000, die zu Classic-Release-Zeiten erreicht wurden, gehören zwar erstmal der Vergangenheit an, aber Asmongold befindet sich dank seiner zahlreichen Fans wieder auf einem guten Weg. Durch die Pause waren Ende März zwar nur etwa 100 Subs übrig geblieben, im ersten Stream kamen aber erneut fast 3.000 Abonnenten hinzu.

Asmongold endlich wieder In-Game

Quelle: Twitch-Stream von Asmongold

Inhalte wie gewohnt

Zack stieg mit einer entspannten Talkrunde in seinen Stream ein, bei der viele Fragen des Chats beantwortet wurden. Er erzählte, dass er die Nacht zuvor vor Aufregung keine Sekunde schlafen konnte und privat viel das neue Call of Duty: Warzone zockte. Überhaupt ging es im Chat wild her, denn zur Feier des Tages hatte Asmongold einen Mass-Unban durchgeführt, bei dem alle blockierten Accounts eine zweite Chance bekommen. Eine Win-win-Situation, wie er selbst meinte, so hat er die Genugtuung, Störenfriede erneut zu bannen.

Nach dieser Eröffnungsrunde sprach Asmongold diverse Updates an, seien es Neuerungen auf Twitch (der mäßig beliebte „Hypetrain“ macht die Runde) oder in World of Warcraft. Von jetzt an will er auf unbestimmte Zeit pro Woche fünf Tage streamen und gleichzeitig seine Mount-Collection In-Game weiter ausbauen. Änderungen gab es auch in Hinblick auf die Zusammenschnitte der Stream-Highlights auf YouTube, die künftig offiziell auf Asmongold TV zu finden sind.

Später kam Asmongold zwischen Videos eines Doppelgängers, dessen Parodie auf den Stream sehr passend war, und weiteren Meldungen sogar noch ein wenig zum Spielen. Er lieferte sich auf dem Classic-Server Faerlina eine Open-PvP-Schlacht mit der Horde, um anschließend das legendäre Item Sulfuras stilecht inmitten der Zwergenstadt Ironforge unter dem Jubel zahlreicher Mitspieler herzustellen.

Asmongold hat es also geschafft. Er ist erfolgreich in die wunderbare Welt der „Twitchfluencer“ zurückgekehrt.

 

Titelbild Quelle: Twitch-Stream von Asmongold
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