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Neuer Twitch Sicherheitsbeirat tritt in Aktion

Von Erstveröffentlichung Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit
Titelgrafik: Neuer Twitch Sicherheitsbeirat tritt in Aktion

Archivmeldung: Dieser Beitrag gibt den Stand zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung wieder und wurde sprachlich überarbeitet. Spätere Entwicklungen sind nicht berücksichtigt.

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Im Mai 2020 stellte Twitch den Sicherheitsbeirat vor, im Englischen Twitch Safety Advisory Council. Das achtköpfige Gremium aus Fachleuten für mentale Gesundheit und Online-Verhalten sowie erfahrenen Streamern sollte unter anderem bei der Überarbeitung der Community-Richtlinien, der Chat-Moderation und einem gesunden Streaming-Umfeld beraten.

Diese Ankündigung kam überraschend: Mit dem frisch gegründeten Twitch Sicherheitsbeirat präsentierte das Unternehmen in einem Blog-Post das Gremium, das auf dem Streaming-Portal fortan Themen wie mentale Gesundheit stärker in den Fokus rücken soll. Der Zusammenhalt zwischen den Broadcastern und der Community steht dabei für Twitch an erster Stelle, wie ein Sprecher nochmals betonte.

Aus unserem News-Archiv: Diese Meldung gibt den Stand zur Zeit der Erstveröffentlichung wieder.

Die Aufgaben des Twitch Sicherheitsbeirats

Live-Streaming-Experten sowie ausgebildete Fachkräfte sollten im Twitch Sicherheitsbeirat gemeinsam daran arbeiten, die Entscheidungsträger rechtzeitig über Probleme bzw. notwendige Änderungen zu informieren, damit das immense Wachstum der Plattform weiterhin gewährleistet ist.

Konkret sollte sich der Twitch Sicherheitsbeirat beschäftigen mit:

  • einer Überarbeitung der Community-Richtlinien von Twitch, sodass alle Regeln den Gegebenheiten des Jahres 2020 entsprechen.
  • der Unterstützung eines gesunden Streaming-Umfelds, bei dem weder Körper noch Geist zu kurz kommen und die Work-Life-Balance wächst.
  • den Trends der Branche und wie diese das Zuschauerverhalten beeinflussen.
  • den Möglichkeiten und Verpflichtungen, die mit einer angemessenen Moderation des Chats einhergehen.
  • den Interessen der Randgruppen, denn jeder soll auf Twitch ein Zuhause finden.

Zwischen den Zeilen sind demnach einige Veränderungen zu erkennen, die im Laufe des Jahres auch dein Streaming-Erlebnis beeinflussen können. Twitch bemüht sich derzeit sehr, positive Einflüsse zu promoten, wie etwa den Psychiater Dr. Alok Kanojia, der mit seinem Kanal HealthyGamer GG tiefe Einblicke in das Suchtverhalten der Menschen gibt.

Bedenkliche Entwicklungen

Als progressiv orientiertes Unternehmen zeigte sich Twitch in der Vergangenheit wenig begeistert von den vielen Vorfällen und dem täglichen Drama, das im Internet zwangsläufig entsteht. Aufdringliche Fans schlagen gerne einmal über die Stränge und belästigen ihre Idole, wohingegen die Content Creator der Plattform nicht selten den Bezug zur Realität verlieren, sich zu verstörenden Äußerungen hinreißen lassen oder sogar ihr eigenes Equipment zertrümmern.

Harmlose Streiche entwickeln sich so schnell zu gefährlichen Swatting-Attacken oder ähnlichen Bedrohungen, da das suggerierte Freundschaftsverhältnis zwischen Streamer und Zuschauer die Grenzen immer weiter verschwimmen lässt. Diese Extremfälle zu verhindern, genau das fällt in den Aufgabenbereich des Twitch Sicherheitsbeirats. Es gab also genügend zu tun.

Die Mitglieder des Twitch Sicherheitsbeirats

In wessen Händen lag das Wohlergehen der Live-Streaming-Community nun? Acht Mitglieder zählte der Twitch Sicherheitsbeirat, der aus den USA heraus agiert und dort unter der Bezeichnung Twitch Safety Advisory Council bekannt ist. Die Zusammensetzung des Teams orientierte sich an den Inhalten, die es zu bearbeiten galt.

Auf der einen Seite sind dem Twitch Sicherheitsbeirat vier voll ausgebildete Experten in Sachen mentale Gesundheit sowie Verhalten im Internet beigetreten. Dr. Sameer Hinduja ist wie die Soziologin T. L. Taylor insbesondere für Cybermobbing und Social-Media-Missbrauch zuständig, während Alex Holmes mit Emma Llansó die Organisation des Gremiums übernimmt.

Andererseits wurden gleich mehrere erfahrene Streamerinnen und Streamer für den Twitch Sicherheitsbeirat rekrutiert. Dazu zählen Größen wie der Strategie-Spiele-Liebhaber CohhCarnage und Path of Exile Profi Zizaran, die beide dem Publikum seit vielen Jahren bekannt sind. Ergänzt wurden sie durch die Twitch-Partner Cupahnoodle und FerociouslySteph, die sich speziell im E-Sports-Sektor auskennen.

Reaktionen auf den Twitch Sicherheitsbeirat

Da Twitch bei sozialen Problemen oder Restriktionen des Contents in Augen der Community immer wieder falsche Akzente setzte, wurde auch diese Ankündigung von vielen Fans äußerst kritisch aufgenommen – obwohl damals noch wenig bis gar nichts über den Twitch Sicherheitsbeirat, dessen Einflussbereiche oder Zielsetzungen bekannt war.

Die Kritik konzentrierte sich deshalb nicht auf die Inhalte, sondern zu großen Teilen auf ein einzelnes Mitglied des Twitch Sicherheitsbeirats: FerociouslySteph sah sich nach der Ernennung zahlreichen Anfeindungen ausgesetzt. Diskutiert wurden vor allem frühere Äußerungen, etwa die Meinung, Voice-Chat schließe in Online-Spielen viele Randgruppen aus.

Inwieweit einzelne Mitglieder den Kurs des Twitch Sicherheitsbeirats bestimmen werden, ob sich die Befürchtungen einiger lauter Kritiker bestätigen oder der Twitch Sicherheitsbeirat einfach als vernünftiges Instrument zur Eigenkontrolle eingesetzt wird, das war zur Zeit der Erstveröffentlichung noch offen.

Update: Kurz darauf meldete sich der damalige Twitch-CEO Emmett Shear zu Wort und veröffentlichte ein kurzes Statement zur Situation. Konkrete Maßnahmen kündigte er nicht an, stellte aber klar, dass einzelne Mitglieder des Twitch Sicherheitsbeirats weder für ihn noch für das Unternehmen sprechen.

Häufige Fragen

Wer saß im Twitch Sicherheitsbeirat?

Zum Start gehörten Dr. Sameer Hinduja, T. L. Taylor, Alex Holmes und Emma Llansó sowie die Streamer CohhCarnage, Zizaran, Cupahnoodle und FerociouslySteph dazu.

Was waren die Aufgaben des Sicherheitsbeirats?

Er sollte Twitch zu Community-Richtlinien, einem gesunden Streaming-Umfeld, Branchentrends, Chat-Moderation und den Interessen von Randgruppen beraten.