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Christoph Bernarding - Autor bei StreamProject Autoren @Christoph Bernarding, Redakteur bei StreamProject
Christoph Bernarding
  • Lieblings-Streamer: Critical Role

  • Lieblings-Spiel: World of Warcraft

  • Fun-Fact: Lief vor ein paar Jahren den kompletten Jakobsweg

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Streamlabs OBS

20. März 2020

Streamlabs OBS heißt das derzeit beliebteste Tool, auf das unzählige Streamer zur Unterstützung ihrer Live-Übertragung vertrauen. Siehst Du auf einem Twitch-Stream die Einblendung eines Spendenziels oder läuft bei einem Abo ein kurzes GIF als Willkommensgruß ab, steckt meistens Streamlabs dahinter.

Das Anhängsel OBS steht dabei für Open Broadcaster Software, der Vorläufer und Ausgangspunkt des Programms. Das Projekt OBS Studio existiert noch heute als eigenständige Software, die von einer weltweiten Community gemeinsam entwickelt wird. Wie bei Streamlabs auch liegt die Essenz der Anwendung in der Übertragung des eigenen Bildschirminhalts über das Internet – ohne OBS wäre ein Portal wie Twitch überhaupt nicht denkbar.

Wie entstand Streamlabs OBS?

Zu Beginn operierte die Software im Jahr 2014 noch unter dem Namen Twitch Alerts, der recht anschaulich die damalige Ausrichtung beschrieb. Als Alert zählt zum Beispiel die Notification, dass Dein Stream soeben einen Follower erhalten hat. Dieser neue Fan wird Dir mit seinem Benutzernamen angezeigt und kann bei Bedarf sogleich auf dem Stream für alle sichtbar als Pop-up eingeblendet werden. Das erzeugt ein Gefühl der Anerkennung oder Zugehörigkeit bei Deinen Zuschauern, was sich äußerst positiv auf die Interaktionsrate auswirkt.

Deine Zuschauer über neue Follower informieren

Quelle: Beispiel von Gaming Careers 

Wenngleich Streamlabs OBS also den Namen Twitch Alerts hinter sich ließ, wurden die damit verbundenen Möglichkeiten mit den Jahren bloß noch erweitert. Die Steuerung der Alerts stellt seitdem einen der Hauptgründe für die Nutzung der Software dar.

Mit der Umbenennung der Marke wollten die Entwickler eher verdeutlichen, dass zukünftig auch andere Plattformen wie Facebook oder YouTube Berücksichtigung finden.

Eine wirkliche Anpassung der Ausrichtung ist erst als Nachspiel des 26. Septembers 2019 zu erwarten, als Hardware-Gigant Logitech Streamlabs überraschend für 89 Millionen US-Dollar übernahm.

Was genau ist Streamlabs?

Streamlabs ist eine Streaming Software. Das Programm ging aus OBS hervor und übernahm dessen Kernfunktionen, denn der Code steht nach wie vor als Open Source frei zur Verfügung. Insbesondere bekam das Interface eine Auffrischung verpasst. Die Oberfläche von Streamlabs ist übersichtlicher als das spartanische Design von OBS, bei dem die Zweckmäßigkeit überwiegt. Dadurch konnten diverse Plugins oder die verschiedensten Overlays integriert werden, ohne dabei neue Nutzer abzuschrecken.

Streamlabs OBS erweist sich demnach als effektives Management Tool für alle Streamer, die nach ein wenig Professionalität für ihre Live-Shows suchen. Die Instrumente der Software steuern jeden Aspekt einer Übertragung und erreichen das Publikum direkt durch einen dynamischen Chat-Bot.

Streamlabs direkt nach der Installation

Quelle: Streamlabs OBS Version 0.20.2

Download Streamlabs OBS

Auf der offiziellen Seite von Streamlabs findest Du sogleich oben im Menü den Download-Link zur neusten Version des Programms. Völlig ohne Anmeldung kannst Du die Anwendung herunterladen und Dich durch die ersten Schritte führen lassen. All diese Funktionen, die Du hier siehst (wie etwa der Soundmixer oder die Szenenbilder), darfst Du permanent kostenlos nutzen.

Du kannst Transitions planen, einen Überblick über Deinen Live-Feed gewinnen und verschiedene Layouts speichern, die während Deines Streams an bestimmten Zeitpunkten zum Einsatz kommen. Hier sind der eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Populäre Streamer wie Dr DisRespect haben sich solche außerordentlichen Übergänge zur Marke gemacht und zeigen ihre Werke täglich tausenden von Zuschauern.

Die Vorteile von Streamlabs Prime

Neben der kostenlosen Option bietet Streamlabs eine erweiterte Version an, die anfangs unter der Bezeichnung Streamlabs Pro lief, jetzt aber Prime heißt und eine monatliche Gebühr kostet. Die genauen Kosten von Streamlabs Prime belaufen sich auf 19 US-Dollar pro Monat (also ca. 17,60 Euro), wenn Du Dich für das monatlich kündbare Abo entscheidest.

Außerdem existiert die Möglichkeit, gleich für ein ganzes Jahr zu unterschreiben, wodurch Du über ein Drittel des Preises sparst. Für Streamlabs Prime bezahlst Du im Jahresabo monatlich 12 US-Dollar, was knapp über 11 Euro entspricht. Du kannst dabei zwischen den üblichen Zahlungsmethoden wie einer Belastung Deiner Kreditkarte oder einer Überweisung via PayPal wählen und Dich schon über die neuen Effekte freuen, mit denen Dein Stream einzigartig wird.

Die Erweiterungen von Streamlabs Prime

Quelle: Offizieller Webauftritt von Streamlabs

Ein detaillierter Blick auf die Vorzüge von Streamlabs Prime offenbart gleichzeitig einen ersten Eindruck der einzelnen Elemente der Software, mit denen Du Deinen Stream auf ein neues Level bringst:

  • Die grundlegenden Themes und Overlays, die Deinen Stream aus der Masse hervorheben, werden durch zahlreiche professionell gestaltete Designs ergänzt. In dieser Auswahl findet sich etwas für jeden Geschmack, von Alerts im Fortnite-Farbschema bis hin zu interaktiven Spendenanzeigen.
  • Durch Streamlabs Prime erhältst Du außerdem Zugriff auf über 40 Apps als Vollversionen, deren Features das Seherlebnis verbessern oder den Chat aktivieren können. Der Music Player von Pretzel Rocks ist ein Beispiel für eine solche App. Verlass Dich nicht auf Spotify und andere Alternativen, denn die Verwendung von urheberrechtlich geschützter Musik kann auf lange Sicht Deinen Erfolg gefährden.
  • Neu zum Angebot gehört die Einrichtung Deiner persönlichen Webseite inklusive individueller Adresse. Der Name Deines Kanals wird zu einer Creator Site mit .live oder .tv Domain ausgebaut, deren Einrichtung und Aktivierung Streamlabs komplett für Dich übernimmt. Du benötigst folglich kein Fachwissen über HTML, sondern kannst mithilfe des Homepage-Managers aus vielen vorgefertigten Designs wählen und sogar einzelne Elemente miteinander kombinieren. Gleichzeitig präsentierst Du Deine Social-Media-Profile und verfügst über eine professionelle E-Mail-Adresse, die auf Deine neue Seite endet. Selbst die Basis an SEO wird von Streamlabs erledigt.
  • Mit Freischaltung Deines Streamlabs Prime Abonnements wirst Du automatisch in den Gold Status der Seite erhoben. Unter diesen exklusiven Mitgliedern veranstaltet das Unternehmen regelmäßig besondere Preisausschreiben, bei denen Du VIP Tickets oder komplette Gaming-PCs gewinnen kannst.
  • Ein großer Bonus stellt zudem der in Streamlabs Prime integrierte Merch-Shop dar. Die Einrichtung könnte einfacher nicht sein: Du lädst das Logo Deines Streams sowie weitere Markenzeichen hoch, wählst aus vorgefertigten Produktreihen von Postern, Hoodies oder Tassen Deine Favoriten aus, legst den Preis fest und fertig! Details wie Zahlungsabwicklung und Versand übernimmt Streamlabs für Dich. Dabei wird die internationale Anbindung kontinuierlich erweitert, sodass eine Lieferung nach Deutschland mittlerweile problemlos möglich ist. So können Deine Fans bedruckte T-Shirt bereits für 10 Euro erwerben, wenn Du Dich mit einem geringen Profit zufriedengibst. Erwirbst Du Dein Merchandise selbst, um beispielsweise ein Give-away zu veranstalten, bekommst Du als Streamlabs Prime Nutzer weitere Vergünstigungen dazu.

Speziell als kleinerer Streamer solltest Du Dich bei Punkten wie Deinen ersten Merch-Artikeln allerdings weniger auf die Gewinnerzielung als vielmehr auf den Ausbau Deiner Marke konzentrieren. Dennoch kannst Du die zusätzlichen Möglichkeiten zur Monetarisierung natürlich in Deine Kalkulationen mit einplanen, da sich die monatlichen Kosten von Streamlabs Prime mit etwas Aufwand schnell von selbst bezahlen.

Gimmicks wie die Umbenennung des Chat-Bots oder die neu-entwickelte Disconnect Protection für IRL-Streamer runden das Angebot ab. Soll Dein Stream jedoch ein reines Hobby bleiben, genügen Dir womöglich schon die Basis-Features von Streamlabs OBS, welche die Prime Version bloß erweitert.

Die kostenlosen Widgets von Streamlabs OBS

Unterschiedliche Themes für Deinen Stream

Quelle: Offizielle Anleitung von Streamlabs

Benachrichtigungen in der Alert Box

Dieses Feature wurde zu Beginn schon angesprochen. Alerts fügst Du als Quelle in den Hintergrund der jeweiligen Szene ein, sodass mit dem Widget ein bestimmter Auslöser verbunden ist. So besitzt quasi jeder Streamer, der im Fall Twitch mindestens als Affiliate zählt, einen Abonnenten-Alarm, eine Einblendung für Donations und Bit-Spenden (Donation Ticker) sowie eine spezielle Nachricht, wenn der eigene Stream Ziel eines Hosts oder Raids wird.

Über das Dashboard lassen sich der Text dieser Benachrichtigungen sowie abgespielte Sounds und Grafiken beliebig anpassen (Streamlabs bietet wieder eine Palette an Anzeigen zur Auswahl). Liest der Streamer diese Messages laut vor oder hat zu diesem Zweck ein Text-to-Speech-Programm installiert, animiert das die Zuschauer ungemein. Diese Form der Anerkennung stellt einen der Hauptgründe für den umfangreichen Support dar, den viele Streamer von ihren Fangemeinden erhalten. Aufmerksamkeit ist eine wichtige Währung, bei Twitch wie allgemein im Internet.

Fünf verschiedene Goals des deutschen Streamers Shoxx

Quelle: Twitch-Stream von Shoxx

Die Anzeige von Zielen und Meilensteinen

Die Inhalte der Alert-Boxen und die der Zielanzeigen überschneiden sich häufig, bloß dass Meilensteine bzw. Goals permanent in den einzelnen Szenen des Streams angezeigt werden, wohingegen Alerts oft nur wenige Sekunden zu sehen sind. Botschaften wie „Noch 50 Abonnenten bis zu den ersten 1.000“ oder „500 / 750 Euro für den Besuch der nächsten TwitchCon sind als Ziele gern gesehen. Besonders das zweite Beispiel gibt der Community eine Chance, direkt in die Optimierung des Contents zu investieren.

Deine Fans spenden nun einmal viel lieber, wenn sie wissen, wozu Du das Geld verwendest. Beschränk Dich also nicht ausschließlich auf standardisierte Donation-, Bit- oder Follower-Goals, sondern werde ruhig kreativ. Das Widget von Streamlabs musst Du mit der entsprechenden Verknüpfung über Deine Einstellungen aktivieren und schon läuft die Statusanzeige automatisch mit. So kannst Du zum Beispiel im Stream Deinen Viewer Count der verschiedenen Seiten anzeigen, auf denen Du gerade live sendest.

Mit Streamlabs bestimmte Events anzeigen lassen

Quelle: Twitch-Stream von Burr0

Behalte die Übersicht mit der Eventliste

Dieses Widget kombiniert verschiedene Quellen miteinander und liest sie für alle sichtbar auf dem Stream aus. Auf einer Timeline erscheinen vorher definierte Events, wozu die Namen der neusten Follower ebenso wie Twitch Prime Subscriber oder Echtgeld-Spenden gehören. In den Einstellungen von Streamlabs kannst Du genau festlegen, welche Events einen Platz in der Liste bekommen.

Parallel dazu entscheidest Du, ob die Namen der Zuschauer nach einer gewissen Zeit wieder verblassen sollen, da der Platz auf Deinem Screen doch begrenzt ist. Deshalb müssen gerade etwas größere Streamer mit diesem Feature aufpassen, können die Events doch auf einmal so schnell hintereinander folgen, dass jegliche Übersichtlichkeit verloren geht. In diesem Fall kann ein angemessenes Zeitlimit helfen. Ganz ähnlich funktionieren auch die beliebten Stream Labels.

Rechts siehst Du den eigentlichen Twitch-Chat neben der Eventliste

Quelle: Twitch-Stream von Nihachu

Chat-Overlay für Deinen Twitch-Stream

Eine Streaming-Plattform ist heutzutage ohne einen Live-Chat nicht mehr denkbar. Diese Form der Interaktion kann neben der eigentlichen Übertragung als Herzstück vieler Streams betrachtet werden. Hier trifft sich die Community und tauscht sich aus, reagiert auf den Stream oder spammt Memes sowie Emotes.

Diese Relevanz hat Streamlabs schon lange erkannt: Mit dem Cloudbot schickt das Team einen vielfältigen Auto-Moderator los, die Zuschauer zu informieren, zu unterhalten und in ihre Schranken zu weisen. All diese Nachrichten kannst Du in eine Chat-Box einspeisen.

Das Widget sendet die gespeicherten Texte Deiner Fans im Stream wieder aus – Subscriber-Abzeichen oder besondere Hervorhebungen inklusive. Das kann sich vor allem lohnen, wenn Du zu einem späteren Zeitpunkt die VODs Deines Streams mit den jeweiligen Chat-Reaktionen wiederverwerten möchtest.

Media-Share-Stream des WoW-Streamers Asmongold

Quelle: YouTube-Kanal von Assertonsin

Weitere Features von Streamlabs OBS

Von diesen vier grundlegenden Widgets abgesehen, die jeder Streamer in einem gewissen Umfang nutzt, kannst Du mit den andern Instrumenten von Streamlabs Deinen Stream immer weiter ausbauen.

  • Media Share: Deine Zuschauer verlinken in ihren Spenden-Texten bestimmte Videos oder Songs, die Du anschließend auf dem Stream abspielst.
  • Tip Jar: Die altbekannte Büchse für Trinkgelder gibt es jetzt in digitaler Form. Hier kann alles hinein, von den geometrischen Symbolen der Bit-Spenden bis hin zu übermäßig genutzten Emotes des Chats.
  • Sponsor Banner: Bist Du bereits so weit, dass Du für verschiedene Produkte oder Dienstleistungen Werbung schaltest, kannst Du diese Anzeigen mit Streamlabs in einem präzisen Rhythmus rotieren lassen.
  • The Spin Wheel: Die Einsatzmöglichkeiten dieser kleinen Spielerei sind endlos. Lass Dein Publikum doch einfach selbst abstimmen, welche Games Du in Zukunft spielen sollst und das Glücksrad trifft die finale Entscheidung für Dich.
  • Wunschliste: Diese Widget ist im Gegensatz zu allen anderen nicht im Fenster des Streams vorzufinden, sondern für gewöhnlich in der Beschreibung darunter eingebunden. Als eine besondere Form der Spende können Deine Zuschauer Dir auch gleich bestimmte Artikel von Deiner Amazon Wish List kaufen, deren Integration spätestens seit der Übernahme von Twitch noch einfacher vonstattengeht.
  • Credits: Du möchtest zum Schluss Deines Streams mehr als bloß ein Szenenbild zeigen? Dann verwandle Deinen Channel für kurze Zeit in einen Kinosaal, indem Du einen vorgefertigten Abspann mit Highlights abspielst.

All diese Optionen findest Du kombiniert und ergänzt in den vielen Paketen von Streamlabs, die sich an gewissen Themen sowie Farbschemata orientieren. Die Vorlagen kannst Du gut zur Ideensammlung für Deine persönlichen Szenen verwenden oder gleich ganz auf die professionelle Gestaltung vertrauen.

Streamst Du beispielsweise ein MOBA-Game wie League of Legends, bei dem Du zwischen den Partien in der Lobby festhängst, solltest Du zumindest für diese beiden Fälle unterschiedliche Overlays besitzen. Etwa kann sich der Ausschnitt Deiner Webcam In-Game auf einer anderen Position befinden und Du möchtest weniger von Donation-Sounds gestört werden. All das kannst Du mit Streamlabs OBS einstellen. Da kann die hauseigene Konkurrenz mit dem Namen Twitch Studios noch lange nicht mithalten.

Die Einrichtung erfolgt dabei sehr intuitiv. Streamlabs erklärt Dir die wichtigsten Schritte gleich nach der Installation und wenn Du Dir bei einem Punkt nicht ganz sicher bist, kannst Du auf die Anleitung mit Screenshots der offiziellen Streamlabs-Seite zurückgreifen oder bei unseren Guides nachsehen, falls Du etwa Deinen Twitch Stream Key suchst. Schon bist Du so weit und darfst den neuen Look Deines Streams live ausprobieren.

 

Titelbild Quelle: depositphotos.com

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